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Kalibrieren - Profilieren

Test Monitor einstellen

Hier vorab der Hinweis, dass folgende Erklärungen sich prinzipiell auf den ganzen Workflow beziehen.
Mehr oder weniger berühren oder überschneiden sich zum Thema "Digitale Bildbearbeitung" die Bereiche welche ich versuche etwas voneinander abzusetzen.

Wichtig! Sorgen Sie dafür, dass der/die Monitor(e) in allen betriebenen Auflösungen immer quadratische Pixel zeigen. Ausführliche Hinweise dazu finden sie unter Xres-Yres mit weiteren nützlichen Tipps.

Druckerhersteller tun bereits sehr viel, was sich zwangsläufig aber nur in höherwertigen Druckermodellen niederschlagen kann. Ein Schwachpunkt ist z.B. der Flachbett-Scanner, wo sich viele Hersteller mit der Treiberunterstützung schwer tun. Sehr viel wird nur für den tiefpreisigen Home-Massenmarkt, wo nur MS-Windows® eingesetzt wird, produziert.
Wer so etwas kauft, will sich auch keine Gedanken über z.B. Kalibrierung, ICC-Profile usw. machen. Ja, sie wissen i.d. Regel auch nicht um was es da geht.
Kommen dann doch Fragen auf, will "man" mehr wissen, sind auch da zusammenhängende Information in den sogenannten PC-Zeitschriften nicht zu finden; zu schwere Kost - das verkauft sich schlecht.

Ganz allgemein wird der Anschaffung und damit auch den Einstellungsmöglichkeiten des Monitors immer noch zu wenig Beachtung geschenkt. Das liegt oft auch daran, dass von vornherein der Verwendungszweck weit gespreizt ist und der Käufer den Monitor als notwendiges Zubehör ja auch noch braucht.
Zudem sind die Qualitätsunterschiede immer noch enorm. Weiter zu beachten ist, dass erst ab dem Jahre 2003 gefertigte TFT-Monitore langsam in solcher Qualität gebaut werden können, dass sie auch für die EBV langsam interessant werden.

Da aber im Gegenzug hochwertige CRT-Monitore der Grösse von 21/22 Zoll Bilddiagonale spürbar billiger werden, sind diese Monitore immer noch die erste Wahl. Ja - wenn da nur nicht das hohe Gewicht, die Abmessungen und vor allem auch der Stromverbrauch bei intensiver privater Nutzung ( 8 bis 14 Std/Tag) einen Kauf überlegenswert machen. Obwohl, auch die etwa 140 Watt im Betrieb relativieren sich schnell wenn andere Peripherie im Umfeld mit einbezogen wird.
Für den allgemeinen und anspruchslosen Homebereich ist ein moderner TFT-Monitor aber akzeptabel. Das gilt ebenso, wenn nur sehr textlastig für das WWW produziert wird.

Ein wichtiges Argument für einen 21/22 Zoll CRT-Monitor ist die Nutzung diverser möglicher Auflösungen bis hin zu einer vertretbaren Auflösung von 1600x1200 Pixeln. In den meisten Fällen kann so auf den bisher für unentbehrlich gehaltenen Zweit-Monitor verzichtet werden.
Abgesehen vom Platz, der sollte da sein, ist die Gesamtkostenbilanz (Zweitmonitor und spezielle Grafikkarte) durchaus positiv.

Da im Normalfall die Programme zur Bildbearbeitung alle nötigen Funktionen bieten, herrscht aber ganz allgemein beim privaten Nutzer Unklarheit über die Zusammenhänge und Auswirkungen von dem was machbar ist und was nicht geht.
Auch der Begriff "Farbraum" ist meistens etwas völlig Unbekanntes.

Wie Bilddaten bearbeitet werden können wird von Programm zu Programm unterschiedlich gehandhabt. Für ein zufriedenstellendes Ergebnis, vor allem zur Darstellung am Monitor, genügt oft ein einfaches Programm.

Kalibrierung - Profilierung Monitor (Grundlagen):
Kontrast - Helligkeit - Farbtemperatur (Weisspunkt) - Gamma

Die Erklärungen gehen davon aus, dass ein Monitor zur Verfügung steht welcher auch die Möglichkeiten zur Kalibrierung bietet.

Unter Kalibrierung wird die hardwareseitige Einstellung des Monitors für Farbtemperatur, Kontrast und Helligkeit verstanden.

Unter Profilierung ist die softwareseitige Einstellung und Anpassung mittels der ICC-Profile und auch den Einstellungen durch EBV-Software zu verstehen.

Passen Sie unbedingt die Farbtemperatur ihres Monitors an das Umgebungslicht an. Auch das Ausgabemedium, z.B. die Papierfarbe, muss (sollte je nach Ihrem Einsatzzweck) berücksichtigt werden.
Geht das mit dem Monitor nicht, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder mit dem Zufallsergebnis leben und experimentieren oder einen guten Monitor kaufen.

Papier spielt eine wichtige Rolle

Wichtig ist zu wissen, dass von der sorgfältigen Monitor-Kalibrierung das Endergebnis direkt abhängt.
Je nach Monitor und Hersteller, sind auch ICC-Profile für bestimmte Farbtemperaturen vorhanden. Oft sind diese auch im WWW bei den Herstellern oder bei exponierten Supportern abrufbar; natürlich kostenlos.

Da heute nicht mehr bei Glühlampenlicht (etwa 3000 bis 3500 Kelvin) am Monitor gearbeitet wird, Ausnahmen ausgenommen, liegt das Umgebungslicht im Privatbereich unter Berücksichtigung der möglichen Raumreflexionen etwa zwischen 5000 und 6500 Kelvin. Das ist tageslichtähnlich und schliesst auch Mischlicht mit ein. So habe ich es zumindest aus vielen Veröffentlichungen zum Thema als verbindlich heraus gelesen.
Wegen der Monitortoleranzen ist ein RGB-Wert nicht durchgehend identisch. 5500 K können bei einem anderen (Billig-)Modell durchaus 6500 Kelvin entsprechen.
In den jeweiligen ICC-Profilen der Monitorhersteller, siehe dazu auch Farbmanagement ist das bereits berücksichtigt. Darum sind diese ICC-Profile ja auch eine enorme Hilfe; es muss nicht selbst, wenn es denn möglich ist, profiliert werden.

Monitorhersteller versuchen viel um es dem Anwender etwas leichter zu machen, zumal nötige Hard- und Software zur Kalibrierung im Einzelfall und privat in keinem Verhältnis zum Preis eines Monitors mit durchschnittlicher Qualität steht.
Die Firma "Sony®" zum Beispiel (nur das ist mir zur CeBIT 2003 bekannt geworden) bietet zum Drucken das Farbprofil RGB-D50 und für die Digitalfotografie das Farbprofil RGB-D65 an. In wie weit das allgemein auf CRT-Monitore übertragbar ist muss jeder Nutzer wohl selbst herausfinden, zumal heute in der Digitalfotografie der jeweils beste Weisspunkt manuell eingestellt werden kann wenn die Automatik nicht das gewünschte Ergebnis liefert.

Geht der Farbeindruck hin zu ROT, so kann das auch alterungsbedingt sein, speziell die Kathoden altern unterschiedlich oder der Monitor hat fertigungsbedingt eine Farbverschiebung. Versuchen können Sie auch für die Farbe Rot eine höhere Farbtemperatur einzustellen. Zumindest ist es eine Ausgangsbasis für die eigene Arbeitsumgebung.
Bedenken Sie dabei aber, dass die Augen einige Minuten brauchen um sich an geänderte Farbtemperaturen anzupassen. Änderungen können exakt also nur in grösseren Schritten vorgenommen werden. Zudem kann bei jeder Farbänderung am Monitor wieder die optimale Kalibrierung des Gamma entgegenwirken.

Unter Beachtung aller bisher zur Kalibrierung angeführten Argumente sollte jedem Anwender unbedingt bewusst sein, dass er/sie nur dann ein Ergebnis beurteilen bzw. vergleichen kann, wenn die eigene Umgebung möglichst so optimal wie möglich konfiguriert ist.
Erst dann sind fremde fehlerhafte Darstellungen auch als solche zu erkennen.

Im Gegenschluss deckt ein optimales Fremdergebnis so aber auch die fehlerhafte Kalibrierung des eigenen Monitors auf. Nur - das zu erkennen, setzt wieder Wissen voraus. Vor allem auch, dass Werbung und Wahrheit oft sehr weit auseinander liegen.

Hinweis:
Bei Farbfehlsichtigkeit oder z.B. die zunehmende Farbverschiebung hin zu gelb beim "grauen Star", macht eine optimale digitale Bildbearbeitung nahezu unmöglich.

Einzelheiten zur Fehlsichtigkeit beim grauen Star können Sie im WWW recherchieren. Oder - auch meine Erfahrungen damit unter Medizin nachlesen.

Die immer wieder zu lesende Empfehlung, den Monitorkontrast nur auf 50 Prozent einzustellen mag zwar den Monitor etwas schonen, ist aber für die EBV einfach praxisfremd.
Auch die oft genannten 75 bis 80 Prozent der Nennleistung können im Einzelfall akzeptabel sein, optimal sind aber nur die 100 Prozent Nennleistung die ein Monitor her gibt.

Das unterstreichen auch einfache Einstellhilfen welche vom vollen möglichen Kontrast aus arbeiten und dann nur die Helligkeit herunter regeln, ohne Beachtung der Farbtemperatur.
Durch Alterung des Monitors lässt der Kontrast ohnehin mehr oder weniger schnell nach; eine ständige Kontrolle im Abstand von einigen Wochen ist also angebracht.

Ebenso sollte der Monitor auf richtiges Gamma profiliert werden. Speziell gehe ich unter Gamma genauer darauf ein. Die Themenbereiche sind (man kann nicht oft genug darauf hinweisen) mehr oder weniger miteinander verbunden, was schon auf die Komplexität hinweist.

Apple Macintosh-Computer und Betriebssoftware setzen ein Gamma von 1,8 voraus. Die IBM-PC-Welt ist mit Windows Betriebssoftware dagegen auf ein Gamma von 2.2 eingerichtet.
Das sollte einfach bekannt sein, wenn irgendwo etwas dazu gelesen wird, um es richtig einzuordnen und anzuwenden.

Wird überwiegend für die Web-Darstellung produziert, so liegt man mit der Einstellung für ein Gamma 2.0 ganz gut. Warum? Nach Hochrechnungen von Befragungen und Untersuchungen, sollen ca. 80 bis 90% aller Monitore ohnehin nicht kalibriert sein.
Als Autor von Web-Sites, noch ohne Kenntnis der Zusammenhänge, liegt man bei Bilddarstellungen dann hoffentlich im neutralen Mittelfeld.

Ist der Ausdruck zu kontrastarm oder zu kontraststark, sollte zuerst das Gamma für den Monitor überprüft und nötigenfalls korrigiert werden.
Hier also die EBV-Software zu bemühen, ist erst der zweite Schritt.

Noch ein Tipp:
Wählen Sie zur Bildbearbeitung einen Hintergrund im mittleren Graubereich! Ideal ist der digitale Wert für R-G-B = 127 (das sollte dann auch 50/50 Prozent Schwarz/Weiss entsprechen; die Hardware-Einstellung mit Reglern am Monitor bringt das leider kaum.

Alternativ geht man in verschiedenen Bereichen quasi aus Hilflosigkeit bereits soweit, dass die Monitordarstellung beim "Schaffenden" für die Zielgruppe und/oder das Projekt angepasst wird. So ist auch ein Tipp #xxx (von den bekannten 1000 Tipps) zu verstehen der rät, den Monitor an den Farbausdruck eines Testbildes anzupassen.
Dass das bereits an Verdummung der Leser grenzt, wird Jedem klar der hier bereits kreuz und quer gelesen hat.

Abschliessend bleibt festzuhalten, dass eine optimale Kalibrierung und Profilierung des Monitors die Grundlage für alle digitale Bildbearbeitung ist.

- hs -

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Letzte Änderung: 12/01/2011 - 19:29 Uhr