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Wie das WWW entstand

(Nicht das Internet)

Hintergrundwissen (sehr nützlich)

Inzwischen, obwohl falsch, stehen die drei Buchstaben WWW (World Wide Web) als Synonym für das Internet als Ganzes. Das gilt besonders für den deutschen Sprachraum.

Um die 70 Jahre ist es her, genau war es im Jahre 1941, als "Conrad Zuse" als 30-Jähriger in Berlin die erste programmierbare Rechenmaschine der Welt, der Öffentlichkeit vorgestellt hat.
Diese Maschine hatte damals ein Gewicht von ca. 1000 Kilogramm. Das war der Beginn im Umgang mit Bits und Bytes und dass Sie diesen Text heute hier lesen können.

Ich hatte vor ca. 40 Jahren im Rahmen einer Weiterbildung (Projekt-Management mit Computern im Elektro-Maschinenbau) die Gelegenheit, Herrn Zuse persönlich kennenzulernen. Er sagte zu mir u.a.: "... Junge, (da war ich schon fast 40 Jahre alt) ihr geht mit diesem Projekt in Richtung Zukunft, auch wenn es kaum geglaubt wird."

Es dauerte aber bis zum Ende des Jahres 1990, als der britische Physiker "Tim Berners-Lee" am cern.ch die Version eines Hypertext-Systemes, das WWW, seinen Kollegen am CERN (Europäisches Labor für Teilchenphysik in der Schweiz) vorstellen konnte. Browser mussten nun entwickelt werden und mit Netscape und der Vorstellung und Freigabe für die Öffentlichkeit am 30. April 1993 kam dann der Durchbruch.
Siehe dazu auch: Weitere Links in den Artikeln.

Voraussetzung für alle Zusammenhänge war aber, dass bereits im Jahre 1969 die amerikanische "Advanced Research Projects Agency (ARPA)" ein experimentelles Forschungsnetz entwickelte. Ziel war es, die feste Verbindung zwischen zwei Partnern, wie beim Telefonnetz, zu umgehen.

Das Forschungsprojekt wurde als ARPANET bekannt und ein Erfolg womit auch die Experimentierphase im Jahre 1975 endete. Bei stetiger Weiterentwicklung war im Jahre 1983 ein Endzustand erreicht, womit ein Protokoll TCP/IP (Transmission Control Protocol / Internet Protokol) zum Standard für das ARPANET erhoben wurde.

Es war das BSD-Unix, welches als erstes Betriebssystem damit ausgerüstet wurde. Etwa zur gleichen Zeit teilte sich das ARPANET; der militärisch genutzte Teil wurde als MILNET abgetrennt.
Für den zivil genutzten Teil des Arpanet setzte sich nun die Bezeichnung INTERNET durch. Als dann "Tim Berners-Lee" aktiv wurde, löste man im Jahre 1990 offiziell die Organisationsstruktur des ARPANET auf.
Damit begann der Siegeszug des World Wide Web, heute allgemein nur als WWW bekannt und Teil des Internet. Aber erst um die Mitte der 90-er Jahre wurde dieses WWW von der Öffentlichkeit, vor allem in Deutschland, überhaupt nicht wahrgenommen. Von einer Nutzung breiter Bevölkerungsschichten konnte noch keine Rede sein (negative Preisstruktur).

In Deutschland kam ab den 80-er Jahren erschwerend hinzu, dass durch das Monopol für Telekommunikation jede Art technischer Weiterentwicklung von aussen auf diesem Gebiet durch Gesetze massiv behindert und die Nutzung der besseren, aber nicht zugelassenen Hardware, sogar mit massiven Geldstrafen belegt wurde.
Diese nationale Behinderung wirkt sich im internationalen Wettbewerb auch heute noch, vor allem durch ein inakzeptables Preisgefüge in Verbindung mit Wettbewerb, behindernd aus.

Die Entwicklung in den ersten Jahren des 21.Jahrhunderts wohl vorausahnend (Standards und Barrierefreiheit werden missachtet), wurde von Tim Berners-Lee im Jahre 1994 (seinerzeit 38 Jahre alt) das W3C ins Leben gerufen. Als Direktor hält "Tim Berners-Lee" aber immer noch die Fäden in der Hand und das, obwohl er auch noch Direktor am MIT (Massachusetts Institute of Technology) ist.
In diesem Konsortium schlossen sich weltweit ca. 500 Organisationen und Firmen zusammen. Es wurden Protokolle und Standards entworfen, damit Browser systemübergreifend das darstellen können was für das WWW geschrieben wurde.

Grundlage ist immer das von T.Berners-Lee 1989 geschriebene W3C-Protokoll welches ständig weiterentwickelt wurde, auch heute noch.
Diese Protokolle legen fest, wie verschieden Computersysteme Texte und Bilder, aber auch andere Daten miteinander austauschen können.
Ein wichtiges Merkmal sind die zum W3C gehörenden Hyperlinks (Verweise) welche auf einen Mausklick ein anderes Dokument öffnen; ob nun intern oder irgendwo auf unserem Globus.
Auch das wurde wieder nur durch T.Berners-Lee möglich, der dazu das Hypertext-Transferprotokoll HTTP entwickelte. Die Sprache, in welcher die WWW-Dokumente geschrieben werden, nennt sich HTML (Hypertext Markup Language).
Diese Standards werden nun mehr oder weniger, aber für Sie oft mit katastrophalen Folgen, unterlaufen. Schuld an dieser Misere sind die Autoren dieser WWW-Angebote.

Mit der schnellen Zunahme von Interessenten ab 1999 im Bereich Internet / WWW (das Usenet wurde in Deutschland privat und per Akustikkoppler ja erst so ab Anfang der 80-er Jahre von Insidern genutzt), besonders den veränderten Altersstrukturen und Interessen das WWW betreffend ab dem Jahre 2000, vermehrten sich vor allem private HPs weil die Werbung aus kommerziellem Interesse die Leute verdummt hat. Die negativen Folgen sehen sie bei jeder zweiten oder dritten HomePage.

DENIC

Deutsches Network Informations Center (www.denic.de)

Das DENIC besteht im April des Jahres 2004 10 Jahre. Gegründet wurde es um die nationale deutsche de-DOMAIN zu verwalten.
Bereits seit 1986 konnte die Domain DE erworben werden. Vorrangig diente sie als Kennung in der Kommunikation zwischen Wissenschaftlern. Auf Grund der geringen Registrierungen, bis zum Jahre 1996 gab es gerade einmal ca. 1000 Webseiten, wurden die Registrierungen im Rechenzentrum der UNI-Dortmund verwaltet.

Da diese ehrenamtliche Tätigkeit zunehmend mehr Aufwand erforderte, gründeten im Jahre 1994 die seinerzeit nur drei (3) deutschen Internet-Anbieter (Provider) das DENIC. Ende des Jahres 1996 gab es bereits 35 deutsche Provider. Sitz und Verwaltung des DENIC gingen als Genossenschaft von Providern zu Beginn über die UNI-Karlsruhe und ab 1999 mit festem Sitz nach Frankfurt.

Weltweit liegt die deutsche DE-Domain mit (in 2004) ca. 7.5 Millionen Registrierungen an zweiter Stelle. An erster Stelle liegt die .com Domain mit ca. 28 Millionen Inhabern.
Der Erfolg der DE-Domain ist leicht zu erklären: die Registrierung ist kostenlos und nur der jeweilige Verwalter der Domain, (Hoster) wo üblicherweise auch der Webspace gemietet ist, erhebt je nach Leistungsumfang eine bestimmte und oft geringe Jahresgebühr.

Endlich - sagen die Befürworter, "Deutsche Kleinstaaterei" sagen die Gegner, können ab 2004 auch Umlaute und Sonderzeichen im Domain-Namen DE (URI) registriert werden. Die auf uns zukommenden Probleme mit Mail-Programmen und Browsern sind Insidern bekannt. Ohne ein Tool oder Plugin ist diese Domain mit Umlauten noch nicht auflösbar. Zu den Problemen die es heute noch massenhaft gibt (vor allem im Windows-Umfeld mit dem Rest der Welt) kommt nun neuer Ärger beim Empfangen von z.B. E-Mail hinzu.

FAZIT zum DENIC:
Nur weil die .com Domain kommerziell verwaltet wird und mehr oder weniger Geld kostet, kann die quasi kostenlose DE-Domain (ein deutsches Phänomen) als nationale Domain an erster Stelle stehen.

Nach Statistiken, die wie üblich und je nach Interessenlage ungenau sind, sollen zum Beginn des Jahres 2003 in Deutschland erst 45 bis 50 Prozent der Menschen (welche wurden nicht genannt) das WWW nutzen. Wobei die Bedeutung sich auf das Wort "nutzen" bezieht. Umgangssprachlich ist das ebenso ohne Wert wie ein sogenannter "Internet-Anschluss", den es so ja nicht gibt.
Ob mit einem Signal nun über eine feste Leitung oder Funk die Verbindung mit einer Gegenstelle aufgenommen wird, ist zweitrangig. Erst durch die Auswahl eines Protokolls (wie z.B. für Telefon oder Fax), wird durch die Nutzung eines entsprechenden Protokolls und der Verbindung zu einem Name-Server daraus dann ein Anschluss zum Usenet oder zum WWW, umgangssprachlich also Internet, aufgebaut. Sorry, für diese Abschweifung, sie ist leider nötig geworden.

Die unter "Statistik" genannten Zahlen sind ein sehr schlechter Wert für unser Land im internationalen Vergleich. Dass wieder der überwiegende Teil der Surfer das WWW nur für Spiel und Spass nutzen und der Standard des W3C damit immer mehr unterlaufen wird, zum Nachteil des fachlichen Infoaustausches, diese Folgen sind mit letzter Konsequenz noch nicht abzusehen.

Zu Tim Berners-Lee noch eine Anmerkung:
Er war im Sommer des Jahres 2004 der Erste, der den Millenium-Technologiepreis der finnischen Technologie-Stiftung verliehen bekam. Wofür? Für das WWW und das Drumherum.

- hs -

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Letzte Änderung: 30/06/2011 - 18:29 Uhr