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Gamma- Helligkeit - Kontrast

CRT-Monitore haben ein nichtlineares Darstellungsverhalten!

Die Helligkeit der Phosphorfarben, die der Elektronenstrahl beim Aufprall auf den Bildschirm-Phosphor erzeugt, steigt nicht proportional zur Spannung mit welcher der Elektronenstrahl gesteuert wird.
Der Zusammenhang zwischen Helligkeit und Spannung wird über den GAMMA benannt.

Die Monitorhersteller haben sich auf einen Gamma von 2.5 geeinigt und diesen Wert genormt.
Zur Erklärung:
Da die Spannung immer zwischen 0 = Schwarz und 1 = Weiss variiert, drückt ein Gamma von 2.5 aus, dass die Farben am Monitor zu dunkel sind.
Auf Ebene der Betriebssysteme wird dem entgegengesteuert. Ein Mac-OS hellt die RGB-Farben auf den Gamma von 1.8 und Windows auf den Gamma von 2.2 auf. Darum ist die Darstellung auf einem Monitor unter Windows auch dunkler, wenn die Grundeinstellung beibehalten wird. Bei der Separation von RGB zu CMYK wandelt sich das Ergebnis ins Gegenteil. Sorry, an dieser Stelle muss ich auf weiterführende Spezialliteratur verweisen.

Die hardwareseitig möglichen Gammaanpassungen am Monitor sind nicht identisch mit den Möglichkeiten zur Anpassung von Gamma (Mitteltöne) bei der Bildbearbeitung.

Ein Programm zur Bildbearbeitung bietet in der Regel die Möglichkeit den Monitor im Bereich Gamma an das jeweilige Programm anzupassen.

Leider sind die Profilierungen, nutzt man mehrere Programme zur digitalen Bildbearbeitung, nicht voll übereinstimmend.

Bereits hier wird deutlich, dass die persönliche Erfahrung im Umgang mit dem Medium EBV voll zum Tragen kommt.

Da Werbung und Wahrheit oft sehr weit auseinander liegen, die Erklärung was mit GAMMA gemeint ist und bewirkt werden kann:
Kurz: Mit diesem mathematischen Begriff wird die Helligkeit der Mitteltöne eines Fotos/Bildes im Verhältnis zu den hellen oder dunklen Partien im Bild angegeben.

Da in diesem und in anderen Artikeln immer wieder der Gammawert angesprochen wird genügt zum ersten Verständnis zur Veränderung des GAMMA zu wissen, dass im Tonwertumfang vom Weisspunkt (die hellsten Bildpartien) bis zum Schwarzpunkt (die dunkelsten Bildpartien) nur die Mitteltöne im Verhältnis zu diesen verändert werden. Der Gesamt-Dichteumfang eines Bildes bleibt unverändert. Allerdings - das Bild erscheint insgesamt heller oder dunkler
Mit der Veränderung des Gammawertes können Sie also ein Bild von hell-flau zu dunkel-gesättigt beeinflussen. Der Gammawert zieht sich durch einen ganzen Verarbeitungsprozess, von z.B. der Aufnahme mit der Digitalkamera, über die Bildverarbeitung (aber auch ohne diese) bis zum Drucken.

Beim Einsatz entsprechender Software beim Scannen und guter Hardware, kann hier schon Einfluss auf das Bild genommen werden. Einzelheiten zur Tonwertkorrektur siehe dort.

Gute Scanner, 30 Bit und mit einer Datentiefe von 10 Bit/Farbkanal, liefern bereits 1024 Tonstufen. Also bedeutend mehr als ein Farbkanal mit "nur 256" einer normalen Bilddatei. In der Regel überträgt die Scannsoftware auch nur die 256 Tonstufen (8 Bit) je Farbkanal an den Computer.

Der Gamma-Regler von Bildbearbeitungssoftware wirkt auf den Mittelton-Pixelwert von 128. Für einfache Aufgaben in einem engen Bereich mag das reichen wenn dazu noch die Erfahrung zum Tragen kommt, da ja das ganze Bild aufgehellt oder abgedunkelt wird.

Lediglich die Tonwerte für Weiss (= 255) und Schwarz (= 0) bleiben unverändert. Allerdings können die Lichter ausfressen (Beispiel Fotos Digitalkamera) oder die Tiefen zu sehr zulaufen und dann ist auch keine Zeichnung mehr vorhanden.

Der Helligkeitsregler ist eigentlich einfach in der Anwendung. Extremer noch als der Gammaregler kann bei Helligkeitsveränderungen um X-Tonstufen das Bild zu Weiss-Flau und Dunkelgrau-Kontrastarm, oder zur anderen Seite sich dem Tonwert (0), also zu Schwarz verändern.

Hier kann es also nur heissen: "rückgängig machen und vorsichtig neu versuchen."

Steht im Programm eine Scala zur Verfügung, so ist der Gammawert -1- der aktuelle Zustand.
Eine Verringerung dunkelt ab, eine Erhöhung über -1- hellt das Bild auf.

Der Kontrastregler kann, auch in Verbindung mit dem Helligkeitsregler, nur dann wirken wenn man beachtet, dass auch der Kontrastregler die Farbwerte für Weiss und Schwarz immens verstärken oder abschwächen kann. Im Extremfall ist in Weiss und Schwarz keine Zeichnung mehr vorhanden oder das Bild ist noch flauer als bei der Anwendung des Reglers für Helligkeit.

Eine optimale Lösung ist die Bildoptimierung durch Nutzung der Gradationskurven. Für eingehende Informationen kann ich nur auf die hoffentlich gut Hilfe in den Programmen oder auf weiterführende Literatur verweisen. Das gilt auch für alle Punkte die ich hier nur angerissen behandeln kann.

Meine Erklärungen gehen davon aus, dass ein Monitor zur Verfügung steht welcher auch die Möglichkeiten zur Kalibrierung bietet.

Passen Sie unbedingt die Farbtemperatur ihres Monitors an das Umgebungslicht an, wenn in den Bilddarstellungen Stimmigkeiten zwischen Wärme und Kälte wichtig sind. Fast immer wird auch unterschätzt, die Farbe des Papieres das bedruckt wird mit einzubeziehen.
Kann ein Monitor nicht angepasst werden, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten: Entweder mit dem Zufallsergebnis leben und experimentieren oder einen guten Monitor kaufen. Einschränkung: Bei vielen Anwendungen, speziell im Home-Bereich, ist diese Aussage aber irrelevant. Textverarbeitung, Im WWW Surfen oder sich mit Games befassen, gehören dazu.

Wichtig ist zu wissen, dass von der sorgfältigen Monitor-Kalibrierung das Endergebnis direkt abhängt.
Je nach Monitor und Hersteller, sind auch ICC-Profile für bestimmte Farbtemperaturen vorhanden.

Da heute nicht mehr bei Glühlampenlicht (etwa 3000 bis 3500 Kelvin) am Monitor gearbeitet wird, Ausnahmen ausgenommen, liegt das Umgebungslicht im Privatbereich unter Berücksichtigung der möglichen Raumreflexionen etwa zwischen 5500 bis 6500 Kelvin. Das ist tageslichtähnlich.
Geht der Farbeindruck hin zu ROT, so kann das auch ein Indiz für die Alterung des Monitors sein; speziell die Kathoden altern unterschiedlich oder der Monitor hat fertigungsbedingt eine Farbverschiebung. Versuchen können Sie auch für die Farbe Rot eine höhere Farbtemperatur einzustellen. Zumindest ist es eine Ausgangsbasis für die eigene Arbeitsumgebung.

Apple Macintosh-Computer und Betriebssoftware setzen ein Gamma von 1,8 voraus. Die IBM-PC-Welt ist mit Windows Betriebssoftware dagegen auf ein Gamma von 2.2 eingerichtet.
Das sollte einfach bekannt sein, wenn irgendwo etwas dazu gelesen wird, um es richtig einzuordnen und anzuwenden.

Ist der Ausdruck zu kontrastarm oder zu kontraststark, sollte zuerst das Gamma für den Monitor überprüft und nötigenfalls korrigiert werden.
Hier also die EBV-Software zu bemühen, ist erst der zweite Schritt.

Abschliessend bleibt festzuhalten, dass u.a. eine optimale Monitor-Einstellung die Grundlage für alle digitale Bildbearbeitung ist.

- hs -

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Letzte Änderung: 04/07/2010 - 12:15 Uhr