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Digitalkamera

Digitale Kameras, vermehrt nun auch DSLR-Modelle, also Digitale Spielreflex-Kameras, gehören mittlerweile zu unserem Alltagsumfeld!

Obwohl Sie hier keinen Fachbeitrag lesen, werden aber einige Hinweise hilfreich für Sie sein.

Eine Parallele zum Scanner ist durchaus vorhanden. Das durch eine Optik fokussierte Licht trifft auf einen CCD- oder CMOS Bildwandler und ein nachgeschalteter Wandlerchip sorgt dann dafür, dass die analogen Bildsignale in ein digitales Abbild gewandelt werden. Das war es aber auch schon.
Im Workflow bis zum fertigen Druckergebnis ist das ebenfalls eine (die) erste Stufe im Bearbeitungsprozess.

Beide Geräte in gehobener Qualität und Ausstattung arbeiten i.d.Regel auch mit mehr als 8-Bit Farbtiefe je Kanal. Die Möglichkeit, Milliarden anstelle nur Millionen von Farbnuancen zu erfassen dient allein dem Zweck eine höhere Bit-Farbtiefe zu erreichen.
Mit dem Farbraum hat das nur insofern etwas zu tun, weil dadurch noch feinere Nuancierungen innerhalb eines Farbraumes für die Weiterverarbeitung ohne nennenswerten Qualitätsverlust möglich sind.

Überwiegend nutzen Digitalkameras den BAYER Pattern Sensor. Das sind, einfach ausgedrückt, Mikro-Farbfilter die in einer bestimmten Gitterstruktur angeordnet sind und jedes Sensor-Pixel reagiert entsprechend auf die Lichtfarbe ROT oder GRÜN oder BLAU; mit dem Unterschied, dass es für jedes blaue oder rote Sensorelement zwei grüne gibt.
Der Grund liegt darin, weil das menschliche Auge für die Farbe GRÜN empfindlicher ist.

Wer sich speziell dafür interessiert, das ist einschlägig, oft auch im Umfeld der Kameraindustrie und oft nur in "englisch" nachzulesen. Dort und bei anderen Quellen im WWW finden Sie u.U. auch erklärendes Bildmaterial dazu. In meinen Kurzinformation, als Allgemeininfo, würde das zu weit führen, das es zum Fachwissen gehört das ich hier (mangels eigenem Hintergrund) nicht vermitteln kann.

Jedes Sensorelement übergibt die Farbwerte an die Kameraelektronik bzw. Software, zur Speicherung als Farbintensität aus. Ein normaler 12-Bit Sensor kann die Werte von 0 bis 4096 annehmen.

Beispiel Sensorformate

sensorenQuelle: c´t Magazin für Computertechnik; Heft: 21/2006.

Gängige Digitalkamera-Sensoren im Grössenvergleich: Die Kreise entsprechen der üblichen Grössenangabe in Zoll, die inneren Rechtecke der jeweiligen tatsächlichen Sensorfläche in Originalgrösse.

Sensor-ChipsOder auch in der von mir aufbereiteten Übersicht:

Die jüngsten Sensorformate sind 2 = "Four Thirds", eine spezielle Entwicklung von Olympus und 4 = "Vollformat".

Die Entwicklung wird weiter gehen. Wobei die Auflösung in Megapixeln, bezogen auf die Chipgrösse, noch an ihre Grenzen stösst.

Die Speicherformate in einer DSLR-Kamera
R A W - Daten

Damit werden die Rohdaten einer digitalen Kamera bezeichnet wie sie vom Sensor erfasst, ausgelesen und dann an den Analog-Digital-Wandler zur Digitalisierung übergeben werden.
Diese Daten haben, bevor sie auf eine Speicherkarte oder ein Microdrive landen, je nach vor der Aufnahme vorgenommener Beeinflussung durch den Fotografen, bereits die interne Verarbeitung in der Kamera durchlaufen und sind demnach nicht mehr zu 100 Prozent Rohdaten. Die Bezeichnung hat sich als solche so etabliert, obwohl sie direkt nichts aussagt.

Der grosse Vorteil dieser RAW-Daten liegt halt darin, dass sie am Computer durch geeignete Software ausgelesen werden können.
Der Fotograf kann nun selbst durch Software diese Daten nach seinen Vorstellungen beeinflussen und erst dann entscheiden wie diese Bilddaten weitere Arbeitsprozesse durchlaufen.
Dazu gehört dann auch die Konvertierung zum TIFF- oder JPEG-Format, wie es auch die Kamera hätte machen können.

Um es deutlich zu sagen: Die Betonung liegt hier auf die vollkommen freie Gestaltung der nachträglichen Bearbeitung am Computer, wie sie durch die Kamerasoftware nur eingeschränkt, und z.B. von Consumer-Kameras der unteren Preisklassen überhaupt nicht vorgenommen werden kann.

Ein weiterer Vorteil der RAW-Kameradaten liegt darin, wenn auch sicher nur für engagierte Fotografen, dass sich Ergebnisse quasi als verlustfreie 8-Bit und/oder 16-Bit TIFF-Daten speichern lassen.

T I F / T I F F - Daten

Wie schon angesprochen, sind die meisten RAW-Daten der Kameras 12-Bit Daten mit 4096 Intensitätsstufen je Farbpixel. Das ist ausreichend um differenzierte Bearbeitungen ohne Qualitätsverlust vorzunehmen.
Nach der Bearbeitung kann dann nach 16-Bit TIFF und/oder 8-Bit JPEG konvertiert werden.

Da das kameraeigene RAW-Format, sofern es überhaupt angeboten wird, für die Masse der digital fotografierenden Menschen immer die Ausnahme bleiben wird, sollten aber zumindest die Original JPEG-Dateien der Kamera vor jeder Art von digitaler Weiterbearbeitung zuerst als TIFF-Datei gesichert werden. Diese Datei kann dann nach Lust und Laune bearbeitet werden.
Bietet eine Kamera die Möglichkeit, wahlweise auch im Format TIF zu speichern, so sollte das bei wertvollen Aufnahmen gemacht werden, s.a. Kapazität der Speicherkarte.

J P G / J P E G - Daten

Eigentlich gibt es nur vier Gründe, Bilddaten nur im Format JPG aufzunehmen.
- Die Kamera bietet nur diese Möglichkeit.
- Es werden nur Fotos zur Online-Nutzung, z.B. Web, benötigt.
- Es sollen möglichst viele Fotos auf ein Speichermedium passen.
- Bietet die Kamera ausreichende Eingriffsmöglichkeiten, so stehen u.U. ausreichend grosse Bildformate (Pixel) zur Verfügung.

Über den Speichermodus SQ - HQ - SHQ, stehen Bildauflösungen bis zu 3200 x 2400 Pixel (und darüber) bereit, welche nur geringe Kompressionswerte bis ca. 1/3 abspeichern.
Die Dateigrösse liegt hier (bei 3200 x 2400) um ca. 6MB bei durchaus akzeptabler Bildqualität für sehr viele Anwendungen. TIFF oder RAW muss also nicht sein. Aber - es wird bei vielen engagiert Fotografierenden zunehmend eine Glaubensfrage werden können. Die vergleichbare TIFF-Datei gleicher Pixelzahl, liegt bei ca. gut 20MB. Das RAW-Format dieser Bilddatei wäre hingegen nur halb so gross, ca. gut 10MB. Sorry - alles nur Näherungswerte und kameraabhängig zu sehen.

FAZIT:
Für die Masse aller digital fotografierenden Menschen ist das Speichern im JPG / JPEG völlig ausreichend. Zudem bietet es die Auswahl, über Pixelzahl und Kompression - vor der Aufnahme - frei zu entscheiden!

Speichermedien

Die Speichermedien, i.d. Regel Speicherkarten, sind preislich in einem Bereich der kein Hindernis sein sollte Fotos mit einer guten Bildqualität aufzunehmen. Wer wirklich, auch für die Zukunft kompatibel bleiben möchte, sollte beim Kamerakauf darauf achten mit "CF-Karten" des Typs I und II arbeiten zu können. Der Kartentyp CF-II schliesst das sogenannte "Micro-Drive" ein, obwohl es mittlerweile auch Karten vom Typ-I mit grosser Aufnahmekapazität gibt.

♦ Ist zum Profilieren einer Digitalkamera, i.d.Regel eine DSLR mit ihren erweiterten Möglichkeiten, (für ein Massenprodukt erübrigt sich das) kein Testchart eines Scanners als mögliches Hilfsmittel greifbar, so kann auf einige Vorlagen die im WWW kostenlos angeboten werden, ausgewichen werden. Das ist hier aber nur als Theorie angemerkt, da für jede nachvollziehbare Kameraeinstellung ein eigenes Profil erforderlich ist. (Soweit die Theorie)

Heutige Digitale Spiegelreflex-Kameras haben durch ihre Firmware, welche je nach Hersteller und Modell auch als Update für Weiterentwicklungen der Kamera-Software verfügbar ist, zunehmend immer mehr Eingriffsmöglichkeiten bereits vor der Aufnahme. Die hier angesprochene Profilierung bezieht sich eigentlich nur auf den Inhalt des auf der Speicherkarte abgelegten Ergebnisses in einem bestimmten Bildformat.

Also: Nur wirklich von Bedeutung, wenn eine Datei (mit kameraeigenen Einstellungen) mit wiederholbarer Qualität selbst auf einem Farbdrucker ausgegeben werden soll.

Selbst Käufer von Digitalkameras, die sich mit diesem Kauf ja einen höheren Qualitätsanspruch erhoffen (so Befragungen) sollen angeblich die eingebauten Möglichkeiten zur Bildoptimierung, weil oft viel zu umständlich, zur quasi Profilierung nicht nutzen. Sie verlassen sich auf Programmautomatiken, deren es (überflüssigerweise) immer mehr gibt und somit auch auf den automatischen Weissabgleich, und und und. Anders wäre der Boom der digital aufzeichnenden Kameras auch nicht möglich gewesen.
Wie die Erfahrung zeigt, bringt das mit Hilfe eines Digitallabors fast immer akzeptable Albumbilder oder Fotos zum Vorzeigen.
Findet eine Nach- oder Weiterverarbeitung der Fotodatei (Datei-Formate beachten) am Computer statt, was für anspruchsvolle Ergebnisse Vorraussetzung ist, ist der Ausdruck am eigenen Farbdrucker (auch Fotodrucker) nur eine schnelle und zudem noch viel teuere Lösung. Leider - glaubt "man" das i.d. Regel nicht!

Hinzu kommt ja noch, dass mit einer Digitalkamera (kein billiges Klickmodell) oft eine akzeptable Software zur Bildbearbeitung als Zugabe in der Schachtel liegt; oft sogar eine abgespeckte Version einer Photoshop® Version. Der Bildverbesserung, soweit sie gewollt ist, steht somit nichts im Wege.
Das ist auch dann die Alternative, da sich Digitalkameras in der farblichen Darstellung nicht linear verhalten. Speziell die Blau- und Rottöne werden je nach Wandler und Umgebungslicht sehr unterschiedlich als Farbstich interpretiert.

Ich selbst schalte bei meinen Kameras, wo es möglich ist, z.B. die Beeinflussung von Kontrast oder automatischem Nachschärfen durch die Kamerasoftware ab.
Allerdings - jedes akzeptable Foto wird per Software am Mac-Computer digital bearbeitet.

Ich/wir nutzen vier verschiedene Digitalkameras, aufgerüstet mit Zubehör. welche unsere Anforderungen voll abdecken:
♦ Olympus C-1000L / Nikon Coolpix-E995 (Schwenkobjektiv) / Nikon Coolpix-2000 (Taschenkamera) / Olympus E-1 und E-300 (DSLR).
Diese Aussage soll nur belegen, dass es "die eine" Kamera für alle Situationen nicht gibt. Eine DSLR ist nicht eben mal in die Tasche zu stecken und eine kleine Sucher-Digicam kommt schnell an ihre Grenzen.
Dazu ist anzumerken, dass der Hersteller Olympus im Jahre 2008 eine merklich kleinere "Four Thirds" DSLR-Kamera auf den Markt gebracht haben.

♦ Vermutlich wird es mittelfristig mehr und auch gute Hilfsmittel für Digitalkameras geben. Auf Grund der weiteren Miniaturisierung wohl auch bereits in der Kamera-Software integriert.
Bis dahin bleibt als akzeptable Lösung das IT8.7 Testchart für Scanner. Vermehrt ist aber schon festzustellen, dass viele engagierte Nutzer, sicher auch wegen möglicher digitaler Manipulation, vermehrt auf die Nachbearbeitung mit einer Bildbearbeitungssoftware setzen.

Für die Weiterbearbeitung auf dem Drucker ist zu beachten, dass niemals das Farbmanagement in den Druckereinstellungen der Bildbearbeitungssoftware und gleichzeitig auch im Druckertreiber aktiv sind; siehe dazu auch unter Drucken.
Probieren Sie auch aus was ein besseres Ergebnis bringt.

Bedenken Sie auch hier, dass ohne die Kalibrierung und Profilierung Ihres, hoffentlich nicht zu alten Monitors, alle aufgezeigten Möglichkeiten umsonst sind, nichts nutzen und nichts bringen.

Weitere, spezielle, Infos zum Kalibrieren und Profilieren sind auch für eine Digitalkamera als Hintergrund nützlich.

Wichtig!
Bedenke Sie auch, dass gerade im digitalen Umfeld die Entwicklung rasant fortschreitet. Heutige Aussagen können schnell überholt sein.

- hs -

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Letzte Änderung: 04/07/2010 - 12:14 Uhr